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Projekt "Sanierung des historischen Gutshofs in Fredersdorf"

Indem Sie einen Anteil des vom Heimatverein eingerichteten Guthoffonds zeichnen, können Sie mithelfen die letzten historischen Gebäude in Fredersdorf zu retten.

Wenn Sie direkt für den Gutshof spenden wollen bitte auf dieses Konto:
 
Konto 3500009726 BLZ 17054040 Sparkasse MOL
Verwendungszweck: "Gutshof"

Beiträge:

Artikel aus der MOZ vom 23.12.2009

von Manfred Jagnow (Dezember 2009)

Gutshof Fredersdorf

Auf dem Gutshof im alten Dorfkern Fredersdorf fand auch in diesem Jahr ein Teil des Fredersdorf-Vogelsdorfer Weihnachtsmarktes statt. Für die Weihnachtsmarktbesucher war außer dem bereits renovierten Taubenturm von den historischen Gebäuden nicht viel zu sehen. Mit dieser Montage möchte ich zeigen, wie es auf dem alten Gutshof um die Mitte des vorigen Jahrhunderts etwa aussah. Die inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Gebäude stammen aus der Zeit um 1830, waren aber in den letzten Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben. Anfang der 90er Jahre zerstörte ein Brand das gesamte Dach des Kuhstalles, den wir hier links im Bild sehen. Wildwuchs hat sich auf großen Teilen des Areals breit gemacht. Der Heimatverein bemüht sich zurzeit die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen, das gesamte Gutshofgelände und die Gebäude für die Öffentlichkeit wieder nutzbar zu machen. Es gibt auch Vorstellungen, die zerfallene kleine Holzbrücke über das Mühlenfließ hinter dem Gutshof wieder zu errichten und somit für Spaziergänger eine direkte Verbindung zum Schlosspark herzustellen.

Manfred Jagnow

 

von Bernhard Sept (Dez. 2009)

 

Der Gutshof und Italien

Ich las ein Interview mit dem Architekten und Präsidenten der Internationalen Bauakademie Berlin Hans Kollhoff. Auf die Frage, wie sich Erhaltendwertes vom nicht Erhaltenswertem unterscheidet, meint er: "Wir bräuchten gar keine Denkmalpflege, wenn wir eine Stadtgesellschaft hätten, die das selbst reguliert."

In Fredersdorf-Vogelsdorf findet gerade so ein Selbstregulierungsprozess statt. Mehr als neunhundert Unterschriften wurden von Mai bis September für den Erhalt und Wiederaufbau des historischen Gutshofes in Fredersdorf Süd gegeben. Mehr noch. Mit ihrer Erstzeichnung des von mir initiierten Gutshoffonds am 13. Oktober erklärten 19 Bürgerinnen und Bürger ihre Bereitschaft, innerhalb von maximal 10 Jahren mindestens 1.000 € für den Gutshof zu spenden. Die Presse und das RBB-Fernsehen berichteten darüber. Schnell ist die Zahl der Fondsinhaber auf 30 gestiegen. Damit sind bereits 30.000€ zugesagt.

2010 wird es zu sichtbaren Veränderungen auf dem Gelände kommen. Das wird zusätzlich motivieren.

Herr Kollhoff meint, wir können von Italien lernen. Dort gibt es eine große Denkmalpflege, die von der Bevölkerung sehr unterstützt wird. Vielleicht wünschen sich ja viele von uns italienische Verhältnisse hier, wo man sich am Abend bei einem Glas Wein auf öffentlichen historischen Plätzen trifft und den Abend in Gemeinschaft verbringt.

Die Wiederherstellung des historischen Gutshofes ist nicht nur eine Sache der Denkmalpflege, sondern ein Beispiel des bürgerlichen Engagements.

Bernhard Sept

 

 

 

 

 

von Bernhard Sept (Oktober 2009 )

Alter historischer Gutshof in Fredersdorf Süd mit neuen Perspektiven

Das Gutsgelände im historischen Dorfkern von Fredersdorf soll für kulturelle Veranstaltungen nutzbar gemacht werden, als Anziehungspunkt für Gäste entwickelt und in das Areal von Kirche, Katharinenhof und Schlosspark attraktiv eingebunden werden. Dieses Ziel des Heimatvereins wird von sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern unterstützt. Davon zeugen auch die mehr als 900 Unterschriften, die der Heimatverein vom 27. Mai bis 24. September gesammelt hat.

Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung am 24. September beschlossen, das Gelände des historischen Gutshofes von der BVVG zu erwerben. Außerdem wurde beschlossen, dass die Gemeinde über zehn Jahre jährlich einen Betrag von 12.500 Euro im Haushaltsentwurf einarbeitet. Das entspricht einem Euro pro Einwohner.

Diese Entwicklung ist Folge der jahrelangen Bemühungen des Heimatvereins. Bereits seit 2000 setzt sich der Heimatverein für den Gutshof ein. Insbesondere Frau Hannelore Korth hat großen Anteil speziell an der erfolgreichen Sanierung des Taubenturms. Seit 2007 finden jährlich Taubenturmfeste statt.

Der Heimatverein wird durch einen Erbbaurechtsvertrag noch mehr Verantwortung übernehmen.

Für die Beräumung, die Sanierung des Kuhstalls als offene begehbare Ruine, die Sanierung des Pächterhauses zum Vereinshaus, sowie die Sanierung des Speichers als Ausstellungsgebäude werden entsprechend eines Gutachtens rund 900 Tausend Euro veranschlagt. Die Gemeinde kann aufgrund anderer wichtiger und vielfältiger Aufgaben, wie Hort- und Kitaneubau, wie Straßen- oder Sportplatzbau dieses Geld auch über Jahre nicht aufbringen.

Der Heimatverein hat deshalb ein Finanzkonzept erarbeitet. Er ist sich sicher, dass er innerhalb von 10 Jahren (wie die Gemeinde) ebenfalls 125 Tausend Euro aufbringen kann. Mit diesen 250 Tausend Euro könnten der Platz gestaltet, der Kuhstall zur offenen begehbaren Ruine gesichert, der Speicher vom Einsturz bewahrt und das Pächterhaus bereits teilweise ausgebaut werden. Der weitere Ausbau bliebe dann für die Folgejahre als Aufgabe.

Der Baufortschritt kann nur entsprechend der zur Verfügung stehenden Gelder gelingen. Vielleicht werden dann in Zukunft aber auch Visionen wahr und die Kuhstallruine könnte zum multifunktionalen Saal umgestaltet werden, der alte Speicher könnte kommerziell, zum Beispiel als Kombination eines Cafe und einer mit besonderem Flair ausgestatteten Gaststätte, Weinlokal oder Kneipe genutzt werden, eine Brücke über das Mühlenfließ sichert auf ökologisch behutsame Weise den direkten Zugang vom Ortsteil Vogelsdorf.

Neben den Anstrengungen des Heimatvereins und der Gemeinde bedarf es des Engagements von uns Bürgerinnen und Bürgern. Der Heimatverein initiiert zum Beispiel einen "Gutshoffonds". Wer bereit ist, mindestens 1000 Euro über einen maximalen Zeitraum von 10 Jahren zu spenden, erhält eine Fondsurkunde. Neun Interessenten haben sich bereits gemeldet. Am 17. Oktober findet ein Benefizkonzert statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen

Bernhard Sept

 

von Hannelore Korth (2008)

Stehen ehemalige Gutshofanlagen unter Denkmalschutz, um weiter zu verfallen?

  Der Heimatverein Fredersdorf-Vogelsdorf e.V. feiert im nächsten Jahr (2009) sein zehnjähriges Bestehen. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht von Anfang an die Rettung historischer Bauten im Ort. Derzeit setzen sich die Mitglieder des Vereins für die Erhaltung, Sanierung und öffentlichen Nutzung von Gebäuden auf dem
ehemaligen Gutshof im alten Dorfkern von Fredersdorf-Süd ein

Kuhstall und Speicher 1974          Foto aus dem Archiv v. Hans Keller

. Zu diesen Anlagen gehört u. a. der um 1830 gebaute Taubenturm, der 2005 unterDenkmalschutz gestellt und 2006/07 federführend vom Heimatverein saniert wurde. Die Bewohner und Gäste von Fredersdorf-Vogelsdorf haben sich davon überzeugt, dass mit Unterstützung der Gemeinde vieler Sponsoren, freiwilligen Helfern und dem Engagement des Vereins in kurzer Zeit ein historisches Kleinod wiedererstanden ist und genutzt wird. Nachhaltigen Sinn macht die Rekonstruktion des Taubenturms allerdings nur, wenn weitere Bauten auf dem ehemaligen Gut saniert werden. Mit einem sanierten historischen Ensemble von klassischen Gutshofanlagen könnte ein einmaliger kultureller und gesellschaftlicher Anziehungspunkt, der uns jetzt im Ort fehlt, entstehen.

       Ein erster Schritt in diese Richtung wurde mit dem Antrag der Gemeindevertretung 2006 auf Eintrag in die Denkmalliste getan und auch schon eine kommunale Nutzung angedacht. Ergänzt wurde im März 2008 die Unterschutzstellung der Freiflächen hinter den Gebäuden bis zum Mühlenfließ als Teil des Schlossparks.

       Die derzeit im Focus stehenden denkmalgeschützten Gebäude sind die nordöstlich aneinander gereihten typischen Bauten des Gutshofes. Folgt man dem Historiker Prof. Dr. sc. Kliem, so befindet sich hier das erste weltlich im damaligen Fredersdorf gebaute Steinhaus, in dem der Pächter bzw. Verwalter des Gutes tätig war. Es ist wahrscheinlich, dass sich in einem Teil die ortansässige Brennerei befand. Unmittelbar daneben steht das ehemalige Wirtschaftshaus für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen. Das Erdgeschoss besitzt eine große Raumhöhe und ist überspannt mit einer Gewölbekonstruktion. Um etwa 1890 erfolgte eine Aufstockung mit einem sehr hohen Dachgeschoss, welches als Speicher genutzt wurde. An den Speicher schließt sich der um 1830 gebaute Kuhstall mit einer stattlichen Größe von etwa 12m x 47 m an.

       Nach Aufgabe der Nutzung des Gutshofs nach 1989 verwahrloste dieser zusehends, und ein Brand zerstörte in den 90iger Jahren des vorigen Jahrhunderts die Dachkonstruktion des Kuhstalls. Es stehen heute die 65 cm dicken Feldsteinmauern. Sie sind standsicher, aber der Zahn der Zeit nagt an den Wandoberflächen. Der Innenraum des Kuhstalls ist inzwischen stark vermüllt. Die Natur versucht durch Baum- und Strauchbewuchs den Schandfleck zuzudecken.

       Die Flächen des Gutshofes gehören bis auf einen schmalen Streifen, auf dem der Taubenturm steht, nicht der Gemeinde. Die in der Vergangenheit getätigten Bemühungen das Grundstück von der BVVG zu erwerben, scheiterte u.a. daran, weil kein Nutzungskonzept vorlag.

       Um den Prozess voranzubringen, haben Absolventen der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Studiengang Bauingenieurwesen, in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein in Diplomarbeiten detailliert Aufmaße erstellt, den Bauzustand der einzelnen Gebäude analysiert und Nutzungsvorschläge erarbeitet. Grundgedanken sind die öffentliche Nutzung mit einem Gemeindesaal für mindestens 200 Personen mit Bühne und erforderlichen Nebenräumen, Herbergsräume mit Restauration sowie Vereins- und Ausstellungsräume.

       Mit dem Gesamtkonzept liegt eine Kostenschätzung von etwa 3 Millionen Euro für die Sanierung der oben beschriebenen Gebäude einschließlich Freiflächengestaltung vor.

       Im Ergebnis einer öffentlichen Vorstellung der Nutzungsvorschläge erhielten die Gemeindevertretung, die Fraktionen sowie die BVVG das Gesamtkonzept als Diskussionsgrundlage. Der Heimatverein erklärte sich bereit, die Konzeption in den Gremien der Gemeinde vorzustellen und beantragte bereits für 2009 Mittel für den Grunderwerb einzustellen. Das Angebot des Heimatvereins liegt inzwischen Monate zurück. Scheinbar gibt es in der Gemeinde keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, die ältesten Bauzeugnisse in Fredersdorf-Süd vor dem weiteren Verfall zu schützen.

       Wie lange will man mit einer Strategie zur Wiederbelebung der Anlage gegenüber der restaurierten Kirche und in unmittelbarer Nähe unseres neuen Fredersdorf-Vogelsdorfer Wahrzeichens warten? Die Gemeinde sollte für ihre historischen Bauten die Verantwortung übernehmen!

       Der Heimatverein kann nicht glauben, dass bewusst gewartet wird, bis der Aufwand einer Sanierung so unverhältnismäßig hoch ist, dass nur noch die Abrissbirne in Frage kommt. Auch dann bliebe immer noch ein ungepflegtes Grundstück im Ort übrig.

       Kurz nach der Wahl zum Bürgermeister bekundete Dr. Klett auf einer Sitzung des Heimatvereins sein großes Interesse zum Projekt Gutshof und sagte Hilfe und Unterstützung zu. Im Heimatverein hoffen wir, dass dieses Wort gilt und dass mit der neu gewählten Gemeindevertretung gemeinsam eine baldige Lösung gefunden wird.

       Der für das Projekt erforderliche Ankauf des Geländes durch die Gemeinde sollte bald geschehen. Es genügt einfach nicht, wenn allein das Wahrzeichen auf dem Verdriesplatz auf alte Traditionen hinweist. Wir wollen das Historische wieder erlebbar machen.

Hannelore Korth
Heimatverein

 

von Hannelore Korth und Manfred Jagnow 2006

Reste des Kuhstalles

Auf dem Gelände des ehemaligen Gutshofes in Fredersdorf-Süd, Ernst-Thälmann-Straße befinden sich neben dem historischen Taubenturm die niedergebrannten Reste des Kuhstalls aus der Zeit Anfang des 20.Jahrhunderts. Die Mitglieder des Heimatvereins haben sich dafür eingesetzt, dass bei der Planung weiterer Anlagen für das betreute Wohnen der Taubenturm saniert wird und wesentliche Teile der Kuhstallmauer erhalten bleiben sollen. Auf der Gemeindevertreterversammlung im November 2000 fand dieser Vorschlag breiteste Zustimmung. Bei einem Lokaltermin zeigte der Architekt und mögliche Investor großes Verständnis für das Anliegen des Heimatvereins. Es gab Konsens zu den Vorschlägen und Bereitschaft, das Bebauungskonzept neu zu gestalten.

 

Nachtrag: Eine 2007 durchgeführte dendrochronologische Untersuchung ergab,
dass das Gebäude mit großer Wahrscheinlichkeit 1825 errichtet wurde..


 

 

 

Text: Hannelore Korth
Fotos: Hannelore Korth (1) Manfred Jagnow
(2+3)

 

 

 

 

 

 

 

 

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