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Der
Heimatverein Fredersdorf-Vogelsdorf e.V. feiert im nächsten
Jahr (2009) sein zehnjähriges Bestehen. Im Mittelpunkt seiner
Arbeit steht von Anfang an die Rettung historischer Bauten im
Ort. Derzeit setzen sich die Mitglieder des Vereins für die
Erhaltung, Sanierung und öffentlichen Nutzung von Gebäuden auf
dem
ehemaligen Gutshof im alten Dorfkern von Fredersdorf-Süd ein
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Kuhstall und
Speicher 1974 Foto
aus dem Archiv v. Hans Keller
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. Zu
diesen Anlagen gehört u. a. der um 1830 gebaute Taubenturm,
der 2005 unterDenkmalschutz gestellt und 2006/07 federführend
vom Heimatverein saniert wurde. Die Bewohner und Gäste von Fredersdorf-Vogelsdorf
haben sich davon überzeugt, dass mit Unterstützung der Gemeinde
vieler Sponsoren, freiwilligen Helfern und dem Engagement des
Vereins in kurzer Zeit ein historisches Kleinod wiedererstanden
ist und genutzt wird. Nachhaltigen Sinn macht die Rekonstruktion
des Taubenturms allerdings nur, wenn weitere Bauten auf dem
ehemaligen Gut saniert werden. Mit einem sanierten historischen
Ensemble von klassischen Gutshofanlagen könnte ein einmaliger
kultureller und gesellschaftlicher Anziehungspunkt, der uns
jetzt im Ort fehlt, entstehen.
Ein
erster Schritt in diese Richtung wurde mit dem Antrag der Gemeindevertretung
2006 auf Eintrag in die Denkmalliste getan und auch schon eine
kommunale Nutzung angedacht. Ergänzt wurde im März 2008 die
Unterschutzstellung der Freiflächen hinter den Gebäuden bis
zum Mühlenfließ als Teil des Schlossparks.
Die
derzeit im Focus stehenden denkmalgeschützten Gebäude sind die
nordöstlich aneinander gereihten typischen Bauten des Gutshofes.
Folgt man dem Historiker Prof. Dr. sc. Kliem, so befindet sich
hier das erste weltlich im damaligen Fredersdorf gebaute Steinhaus,
in dem der Pächter bzw. Verwalter des Gutes tätig war. Es ist
wahrscheinlich, dass sich in einem Teil die ortansässige Brennerei
befand. Unmittelbar daneben steht das ehemalige Wirtschaftshaus
für landwirtschaftliche Geräte und Maschinen. Das Erdgeschoss
besitzt eine große Raumhöhe und ist überspannt mit einer Gewölbekonstruktion.
Um etwa 1890 erfolgte eine Aufstockung mit einem sehr hohen
Dachgeschoss, welches als Speicher genutzt wurde. An den Speicher
schließt sich der um 1830 gebaute Kuhstall mit einer stattlichen
Größe von etwa 12m x 47 m an.
Nach
Aufgabe der Nutzung des Gutshofs nach 1989 verwahrloste dieser
zusehends, und ein Brand zerstörte in den 90iger Jahren des
vorigen Jahrhunderts die Dachkonstruktion des Kuhstalls. Es
stehen heute die 65 cm dicken Feldsteinmauern. Sie sind standsicher,
aber der Zahn der Zeit nagt an den Wandoberflächen. Der Innenraum
des Kuhstalls ist inzwischen stark vermüllt. Die Natur versucht
durch Baum- und Strauchbewuchs den Schandfleck zuzudecken.
Die
Flächen des Gutshofes gehören bis auf einen schmalen Streifen,
auf dem der Taubenturm steht, nicht der Gemeinde. Die in der
Vergangenheit getätigten Bemühungen das Grundstück von der BVVG
zu erwerben, scheiterte u.a. daran, weil kein Nutzungskonzept
vorlag.
Um
den Prozess voranzubringen, haben Absolventen der Fachhochschule
für Technik und Wirtschaft Berlin, Studiengang Bauingenieurwesen,
in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein in Diplomarbeiten detailliert
Aufmaße erstellt, den Bauzustand der einzelnen Gebäude analysiert
und Nutzungsvorschläge erarbeitet. Grundgedanken sind die öffentliche
Nutzung mit einem Gemeindesaal für mindestens 200 Personen mit
Bühne und erforderlichen Nebenräumen, Herbergsräume mit Restauration
sowie Vereins- und Ausstellungsräume.
Mit
dem Gesamtkonzept liegt eine Kostenschätzung von etwa 3 Millionen
Euro für die Sanierung der oben beschriebenen Gebäude einschließlich
Freiflächengestaltung vor.
Im
Ergebnis einer öffentlichen Vorstellung der Nutzungsvorschläge
erhielten die Gemeindevertretung, die Fraktionen sowie die BVVG
das Gesamtkonzept als Diskussionsgrundlage. Der Heimatverein
erklärte sich bereit, die Konzeption in den Gremien der Gemeinde
vorzustellen und beantragte bereits für 2009 Mittel für den
Grunderwerb einzustellen. Das Angebot des Heimatvereins liegt
inzwischen Monate zurück. Scheinbar gibt es in der Gemeinde
keinen unmittelbaren Handlungsbedarf, die ältesten Bauzeugnisse
in Fredersdorf-Süd vor dem weiteren Verfall zu schützen.
Wie
lange will man mit einer Strategie zur Wiederbelebung der Anlage
gegenüber der restaurierten Kirche und in unmittelbarer Nähe
unseres neuen Fredersdorf-Vogelsdorfer Wahrzeichens warten?
Die Gemeinde sollte für ihre historischen Bauten die Verantwortung
übernehmen!
Der
Heimatverein kann nicht glauben, dass bewusst gewartet wird,
bis der Aufwand einer Sanierung so unverhältnismäßig hoch ist,
dass nur noch die Abrissbirne in Frage kommt. Auch dann bliebe
immer noch ein ungepflegtes Grundstück im Ort übrig.
Kurz
nach der Wahl zum Bürgermeister bekundete Dr. Klett auf einer
Sitzung des Heimatvereins sein großes Interesse zum Projekt
Gutshof und sagte Hilfe und Unterstützung zu. Im Heimatverein
hoffen wir, dass dieses Wort gilt und dass mit der neu gewählten
Gemeindevertretung gemeinsam eine baldige Lösung gefunden wird.
Der
für das Projekt erforderliche Ankauf des Geländes durch die
Gemeinde sollte bald geschehen. Es genügt einfach nicht, wenn
allein das Wahrzeichen auf dem Verdriesplatz auf alte Traditionen
hinweist. Wir wollen das Historische wieder erlebbar machen.
Hannelore Korth
Heimatverein
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